Fotografische Werkgruppe „Ich sehe dich“
… In der Erstellung befindliche Werkgruppe …
Der aktuell entstehende Werkzyklus „Ich sehe dich“ ist ein Versuch, den Blick wieder zu verlangsamen.
In einer Zeit, in der Menschen einander sehen, aber kaum noch wahrnehmen, richtet sich diese Serie auf das Unverstellte.
Die porträtierten Personen werden in ihrem eigenen Umfeld fotografiert. Zuhause oder an Orten, die Teil ihres Lebens sind. Ohne Styling, ohne Pose, ohne Inszenierung. Nur sie selbst.
Im Zentrum steht ein frontal aufgenommenes Porträt. Der direkte Blick schafft eine stille Begegnung zwischen der fotografierten Person und dem Betrachter. Zwei Detailaufnahmen begleiten dieses Bild: Spuren eines Lebens: Haut, Narben, Falten, Tattoos, kleine Eigenheiten des Körpers.
Kurze Texte der Fotografierten ergänzen die jeweilige Trilogie. Sie erzählen von Wendepunkten, Prägungen, Überzeugungen oder Zukunftsträumen.
So entsteht eine Serie über das Menschsein selbst.
Über das Gesehenwerden.
Und über den Mut, sich zu zeigen.
Menschen, die sich in diesem Projekt wiederfinden und daran mitwirken möchten, können über unsere E-Mail-Adresse Kontakt mit dem Fotografen aufnehmen. Teilnahme unabhängig von Geschlecht oder Hintergrund, Mindestalter 18 Jahre.
Jana
Ich glaube an Schutzengel
1968, nachts in der Tschechoslowakei.
Ich war drei Jahre alt und schlief auf der Rückbank des Fiat Bambino meiner Eltern, als uns im Starkregen plötzlich ein russisches Armeefahrzeug entgegenkam und wir beim Ausweichversuch eine steile Böschung hinunterstürzten.
Meine Eltern kamen in dem schwer beschädigten Wagen wieder zu sich und fingen an mich zu suchen. Trotz verschlossener Türen war ich nicht mehr im Auto. Auch um das Auto herum fanden sie mich nicht.
Als sie die steile Böschung hinaufsahen, sahen sie mich oben auf der Straße im Scheinwerferlicht, in meinem weißen Kleidchen im Regen stehend. Ruhig. Unverletzt. Meine Puppe fest in der Hand.
Ich erinnere mich an den Regen. Und an die Lastwagen russischer Soldaten, die anhielten.
Bis heute gibt es keine rationale Erklärung, wie ich unverletzt aus dem verschlossenen Wagen kam. Für mich gibt es nur eine: Mein Schutzengel war da. Und er ist es bis heute.
Katja
Ich bin jetzt genau da, wo ich sein will.
Ganz bei mir, ganz in mir. Ich strahle wieder, ich habe mein inneres Lächeln wieder gefunden, meine Passion und meine Leidenschaft. Ich brenne wieder, für das was ich bin und für das, was ich erschaffe und erschaffen werde. Ich liebe Bücher und das Lesen, seit ich denken kann. Ich habe mir selbst das Lesen beigebacht und seitdem ich es kann, ist nie ein Tag vergangen, an dem ich nicht ein Buch in der Hand hatte. Sei es zum Lesen oder zum Schreiben. Denn das ist meine Passion, dafür brenne ich. Schreiben, die Gedanken fließen lassen und meine inneren Welten in Worte fassen. Mit Worten Bilder erschaffen und sie in den Gedanken anderer Menschen erblühen lassen. Das treibt mich an, die Sehnsucht gesehen zu werden und in den Gedanken weiterzuleben. Als Mensch, als Frau, als Autorin. Ein klein wenig Unsterblichkeit, danach strebe ich.
Josh
Text folgt.
Mark
Text folgt.













